Die Niederlande

Der tödliche Tsunami im Dezember im Indischen Ozean machte deutlich, wie verwundbar niedrige Küstengebiete für Naturgewalten sind. In den Niederlanden, die sich vor Jahrhunderten aus dem Ozean gegraben haben – und deren Landmasse zu einem Viertel unter dem Meeresspiegel liegt, während zwei Drittel von Überschwemmungen bedroht sind – bleibt die Beherrschung der Küstengewässer Gegenstand vieler technologischer Innovationen.

Probleme mit Biokraftstoffen

Die Niederländer haben ihr Hydraulik-Know-how teilweise als Reaktion auf Katastrophen erworben. Im Jahr 1953 brachen im Südwesten des Landes mehrere Seedeiche unter einer Flutwelle. Die Katastrophe, bei der etwa 1.800 Menschen ums Leben kamen, führte zu einem der größten Hydraulikprojekte in der Geschichte des Landes: den Deltawerken. Fast alle Buchten und Mündungen im Südwesten des Landes wurden durch ein System von Dämmen und Sturmflutwehren verschlossen. Eine der beiden noch offenen Hauptverkehrsadern – die Mündung bei Rotterdam – wurde mit dem massivsten beweglichen Sturmflutwehr ausgestattet, das jemals gebaut wurde. Sie ist als Maeslant-Barriere bekannt und verfügt über ein automatisiertes Kontrollsystem, das ihre riesigen Türen basierend auf Echtzeit-Wetterinformationen schließt, die das Herannahen einer Springflut anzeigen können. Die Software des Systems nimmt Anleihen aus einem Zweig der Mathematik, der als formale Methoden bezeichnet wird; seine Leistung wird kontinuierlich überwacht und mit fortschreitender Kenntnis des Wetterverhaltens werden Verbesserungen vorgenommen.

Was am wichtigsten ist, hängt davon ab, wo Sie sich befinden

Diese Geschichte war Teil unserer Ausgabe vom April 2005



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Sollten Hollands Deiche, Dämme und Pumpwerke jemals wieder wie 1953 versagen, würde ein dicht besiedeltes, 150 mal 150 Kilometer großes Gebiet unter einer Flutkatastrophe leiden. Bas Jonkman, Bauingenieur beim niederländischen Ministerium für Verkehr, öffentliche Arbeiten und Wasserwirtschaft, und Nathalie Asselman, Forscherin bei Delft Hydraulics, simulierten kürzlich einen Deichbruch in der Nähe der niederländischen Stadt Capelle aan den IJssel. Laut ihrer Simulation könnte das Wasser im Dorf im schlimmsten Fall innerhalb von Stunden um fünf bis sechs Meter ansteigen und etwa 72.000 Menschen töten.

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was wird in Zukunft passieren

Um solche Tragödien zu verhindern, haben die Niederlande fast jeden Aspekt des Seeverteidigungsmanagements computerisiert. Institutionen wie die Technische Universität Delft, das UNESCO-IHE Institute for Water Education, WL/Delft Hydraulics und das Technologieentwicklungsbüro TNO betreiben Computermodelle, die die Reaktion von Wasser und Sedimenten auf menschliche Eingriffe simulieren. Diese Simulationen werden verwendet, um die Auswirkungen von Megaprojekten wie dem Bau eines Flughafens auf einer künstlichen Insel in der Nordsee oder der Schaffung von Tausenden Hektar neuen Landes in Küstennähe abzuschätzen – tatsächlich für fast jedes Tiefbauprojekt.

Wetter- und Klimasysteme wie Sedimentverschiebungen und Strömungen von Flüssen und Meeren lassen sich mit linearen Modellen nicht genau beschreiben. Die Forschung niederländischer Mathematiker zu nichtlinearen Systemen hat Computermodelle dieser Phänomene hervorgebracht, die für das Überleben des Landes von entscheidender Bedeutung sind. Dank dieser Modelle können die Pumpstationen, die das niederländische Tiefland vor Überschwemmungen schützen, längere Regenperioden antizipieren und mechanische Sturmflutsperren rechtzeitig geschlossen werden, wenn sich massive Stürme nähern.

was ist in bengay

Die niederländische Ingenieurskunst hat sich nicht nur darauf konzentriert, den Wasserfluss zu kontrollieren, sondern ihn auch sauber zu halten. Die Trinkwasserkette in den Niederlanden ist ein vollständig geschlossenes System: Abwasser wird aufbereitet, damit es sicher in Oberflächengewässer eingeleitet werden kann. Die Reinigung von Trinkwasser setzt in jüngster Zeit auf neue, umweltfreundliche Techniken: den Einsatz von Ultramembranen und ultraviolettem Licht zur Abtötung von Bakterien. Ultramembranen, deren Poren so fein sind, dass sie einzelne Zellen physikalisch screenen können, haben in den letzten fünf bis zehn Jahren breite Akzeptanz gefunden. Die von niederländischen Maschinenbauunternehmen wie DHV entwickelte Ultravioletttechnologie wird häufig in der Nachdesinfektionsstufe der Wasseraufbereitung als zweite Verteidigungsstufe verwendet. Das niederländische Wasserunternehmen PWN hat jedoch damit begonnen, während des gesamten Desinfektionsprozesses UV-Licht einzusetzen. Die Technik von PWN verwendet einen photochemischen Prozess, um starke Oxidationsmittel zu erzeugen, die organische Verbindungen abbauen, damit sie von aeroben Bakterien, die sich in Aktivkohlefiltern befinden, verbraucht werden können. Die nächste Herausforderung wird laut Peer Kamp, Head of Innovation bei PWN, die Entfernung aller Spuren von Arzneimitteln aus dem Wasser sein.

Milch- und Fleischprodukte machen zusammen mit Blumen 20 Prozent der niederländischen Exporte aus. Und die Agrar- und Lebensmittelindustrie verzahnt sich immer stärker mit der Pharmaindustrie. So hat beispielsweise die niederländisch-britische Firma Unilever vor einigen Jahren die Produktlinie Becel pro.activ (in anderen Ländern unter dem Namen Flora vertrieben) auf den Markt gebracht, die Menschen bei der Kontrolle ihres Cholesterinspiegels unterstützt. Letztlich könnten solche funktionellen Lebensmittel dazu beitragen, Herzkrankheiten und vielleicht Diabetes vorzubeugen. Die niederländische Technologie zielt hier wie bei ihren gewaltigen Umweltleistungen darauf ab, die Sicherheit der Menschen zu gewährleisten.

Ervin van den Brink ist Herausgeber von Technologieüberprüfung 's niederländische Ausgabe.

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