Viel Lärm um Erfindungen

Samuel F. B. Morse hat den Telegraphen nicht erfunden. Alexander Graham Bell hat das Telefon nicht erfunden. Thomas Edison hat weder die Glühbirne noch die Filmkamera erfunden. Guglielmo Marconi hat mit Sicherheit das Radio nicht erfunden. Weder Philo Farnsworth noch Vladimir Zworykin haben das Fernsehen erfunden. Die Herkunft des integrierten Schaltkreises bleibt im schwelenden Streit zwischen Jack Kilby-Fans und Robert Noyce-Anhängern. Was das Internet und seinen allgegenwärtigen Browser betrifft, sagen wir einfach, dass sich Werbung, Priorität und Patent – ​​wie bei diesen anderen technologischen Durchbrüchen – oft gegenseitig ausschließen.

Wenn es um Erfindungen geht, hatte Henry Ford – der natürlich weder das Automobil noch die Massenproduktion erfunden hat – Recht: Geschichte ist in der Tat Quatsch. Der verworrene Kontext und die schiere Unehrlichkeit der meisten Sagen heroischer Erfinder und ihrer gewinnbringenden Nachkommen erinnern an die scharfsinnig zynische Beobachtung des Wissenschaftshistorikers Otto Neugebauer: „Der allgemeine Glaube, dass wir eine historische Perspektive gewinnen“ scheint mir die tatsächliche Situation mit zunehmender Distanz völlig falsch darzustellen. Was wir gewinnen, ist lediglich Vertrauen in Verallgemeinerungen, die wir niemals wagen würden, wenn wir Zugang zu dem wahren Reichtum zeitgenössischer Beweise hätten.

Das Feuer der Erfindung entfachen

Diese Geschichte war Teil unserer Ausgabe vom Mai 2004



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Amen. Wenn Sie mehr über die Bedeutung der Erfindung in den letzten 300 Jahren erfahren möchten, sprechen Sie mit den Anwälten. Wenn Sie jedoch wissen möchten, wie wichtig Innovation ist, sprechen Sie mit anderen. Die Geschichte der Erfindung ist die Geschichte des Rechtsstreits, nicht der Innovation. Verwechseln Sie sie nicht.

Deshalb kann ich nicht anders als zu seufzen, wenn ich von einer kommenden Renaissance der Erfindung oder einem technologiegetriebenen Wiederaufleben talentierter Amateur- / multidisziplinärer Profi-Erfinder lese. Die Rolle von Erfindungen in der Innovation ist weit übertrieben. Glauben wir, dass es nur ein Zufall der Geschichte ist, dass so viele wissenschaftliche Entdeckungen oder technische Erfindungen gleichzeitig aus mehreren verschiedenen Laboratorien hervorgehen? Ist irgendjemand noch schockiert, wenn der sogenannte Urerfinder beim Patentamt gewinnt, aber auf dem Markt verliert?

Die einfache Wahrheit ist, dass sich die Ökonomie der Erfindung grundlegend von der Ökonomie der Innovation unterscheidet. Als Erster einzureichen hat nichts damit zu tun, als Erster auf dem Markt zu sein. First-to-Market zu sein hat nichts damit zu tun, First-to-Profitability zu sein. Profitabilität als Erster zu erreichen – und das ist der Schlüssel! – hat praktisch nichts damit zu tun, wie schnell, tief und allgegenwärtig sich eine Innovation verbreitet. Mit anderen Worten, es gibt keine sinnvolle Korrelation – geschweige denn Kausalität – zwischen einem erfolgreichen Erfindungsakt und einer erfolgreichen Marktinnovation. Keiner.

Warum sollte uns das überraschen? Die Marktsiege von Gewinnern wie Edison und Marconi waren weniger auf inspirierte Erfindergeist als auf rücksichtslose Geschäftspraktiken zurückzuführen. Wir dürfen die Entstehung einer Idee nicht mit deren Kommerzialisierung verwechseln, ebenso wenig wie ein Flugzeug mit einer Fluggesellschaft oder ein Telefon mit einem Netz.

Gelegentlich verstehen die Märkte dies. IBM war in den 1980er Jahren ein Patent-Kraftpaket. Leider konnte das gigantische Portfolio von Big Blue an staatlich zertifiziertem geistigem Eigentum nicht zu überragenden Anlagerenditen für das einst wertvollste IT-Unternehmen der Welt führen. Die Patentproduktivität ist ein lausiger Maßstab für Innovation, auf die es ankommt.

Suchen Sie nicht weiter als die Internetblase, um die totale Marktdisjunktion zwischen Erfindung und Innovation zu sehen. An wirklich erfinderischen Ideen mangelte es dem Internet nicht. Leider fehlten Kunden und Auftraggeber, die tatsächlich eine Prämie dafür zahlen würden. In diesen glücklichen Tagen von 1995 bis 2000 verschenkten Dotcoms die Früchte ihrer Erfindungen buchstäblich in der Hoffnung, zuerst das Geschäft zu erobern und dann schließlich am Leben zu bleiben. Auch wenn die neuen Erfindungen praktisch kostenlos waren, scheiterten die meisten von ihnen.

Die Welt leidet nicht an einem Mangel an Erfindungsreichtum. In der Tat lehrt Econ 101, dass, wenn sich die Angebotsrate dramatisch über die Nachfragerate hinaus beschleunigt, das Angebot zu weniger wertvoll; du hast ein Überangebot. Wenn die US-Regierung die Zahl der von ihr erteilten Patente um den Faktor zehn erhöhen würde, würden dann Erfindungen im Durchschnitt wertvoller werden? Mit ziemlicher Sicherheit nicht. Ebenso ist der romantische Glaube, dass eine dramatische Erhöhung der Zahl von Qualitätserfindern die Zahl brillanter Innovationen dramatisch erhöhen wird, sowohl den Erfindungsakt als auch den Innovationsprozess falsch zu verstehen. Der wahre Flaschenhals ist nicht die Erfindung; es ist die Unfähigkeit, bahnbrechende Erfindungen kostengünstig in marktfähige Produkte umzusetzen.

Ohne die Genialität des Erfindergeistes zu schmälern, würde ich vorschlagen, eine eher Neugebauersche Perspektive einzunehmen: Die technische Exzellenz einer Erfindung zählt weit weniger als die wirtschaftliche Bereitschaft des Kunden oder Auftraggebers, sie zu erforschen. EIN Kunden Innovationsbereitschaft macht Erfindungen möglich. Deshalb Technologieüberprüfung ist das MIT-Magazin für Innovation – nicht für Erfindung. Guter Anruf.

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